Minimalismus

Minimalismus

Mit Minimalismus kannst du glücklicher und erfolgreicher werden! So klappt es ganz leicht in 3 Schritten.

 

Was ist Minimalismus?

Es gibt verschiedene Definitionen und Ansichten. Ich lebe eine Form des praktischen Minimalismus, das bedeutet, dass ich in meinem Idealzustand eine reduzierte Anzahl an Dingen besitze, die ich entweder im regelmäßigen Alltag benutze oder die mich glücklich machen. Ich konzentriere mich also auf die essentiellen Dinge und trenne mich von allem überflüssigen.

Minimalismus kann die unterschiedlichsten Formen annehmen. Manche Minimalisten besitzen nur 100 Dinge, andere starten einfach mit einem kritischen Konsumverhalten. Wichtig ist, dass du deinen Weg findest! Dein Lebensstil muss dich glücklich machen und niemand anderen.

 

Wozu das Ganze?

Dieser Weg hat mir ganz schnell zu mehr Geld und Zeit verholfen und gleichzeitig Stress erspart. Das Ergebnis ist, dass…

  • ich weniger Geld für unsinnigen Kram ausgebe,
  • motivierter bin und konzentrierter arbeiten kann,
  • mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge in meinem Alltag habe
  • und einfach entspannter und glücklicher bin.

Dinge werden so wieder zu dem, was sie eigentlich sein sollten: Dinge. Sie definieren uns nicht, sie sind nicht der Maßstab unseres Erfolgs oder unserer Lebensqualität. Im Idealfall erleichtern sie unseren Alltag, im schlechtesten Fall stehen sie im Weg rum und sammeln Staub an.

nerv stress kopf auf tisch fertig müde kaputt burnout minimalismusIch war an einem Punkt angelangt, an dem ich keine Lust mehr hatte, wie ein Konsumzombie rastlos nach neuen Dingen zu suchen, unnützes Zeug zu kaufen, das ich mit meinem hart verdienten Geld bezahlen muss, nur um mich zu Hause zu ärgern, dass alles so voll gestopft ist, ich ständig aufräumen und putzen muss und sowieso die Wohnung zu klein ist und eine größere viel besser wäre, die dann aber auch teurer wäre und ich wieder mehr arbeiten müsste. Bitte was?! In Wirklichkeit sind mir andere Sachen wichtiger, wie z.B. Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen, schöne Ausflüge und Reisen zu unternehmen, gemeinsam Sport zu machen, die Sonnenstrahlen aufzusaugen und einfach das Leben zu genießen und glücklich zu sein. Und dann kam der Minimalismus und hat mir genau das in greifbare Nähe gelegt.

Hier ist ein Video zu meinen persönlichen Gründen für den Minimalismus und was er mir bringt:

Und wie geht das, wo fang‘ ich an?

Toll, dass du bereit für mehr Tiefe in deinem Leben bist und dich weniger von Äußerlichkeiten und Besitztümern ablenken lassen willst! Wenn du einmal erfahren hast, was du alles mit einer minimalistischen Herangehensweise erreichen kannst, wirst du nicht mehr zurück wollen. Der Weg dort hin geht über 3 simple Schritte:

  1. Finde heraus, was dir wichtig ist und was dir die meiste Freude bringt.
  2. Behalte alles, was unter 1 fällt und alles andere, was nicht dazu passt, kannst du loslassen.
  3. Bleibe achtsam und aufmerksam für deine Bedürfnisse und konsumiere langfristig.

Diese drei Schritte kannst du auf verschiedene Art und Weise praktisch angehen. Du entscheidest, ob du lieber im kleinen Rahmen startest oder einen Kopfsprung ins kalte Wasser machen magst :) Ich habe mich für den sanften Start entschieden. Dieser hat mir schnell Erfolgserlebnisse beschert und gleichzeitig keine Angstattacken verursacht :) Erst wollte ich Raum für Raum meine Wohnung ausmisten. Viel effektiver ist es jedoch, nach Kategorie vorzugehen: erst alle Klamotten ausmisten, dann alle Schuhe, dann Taschen, Elektronik, Papier, Küchenutensilien usw.

 

Aufgabe 1: Kleiderschrank ausmisten.20160513_klamotten shirts clothes minimalismus weiß hell kleiderbügel makro sauber

Der Kleiderschrank ist ein guter Ort, um zu starten. Wenn du möchtest, kannst du direkt loslegen und ein Regalfach, eine Schublade oder einen Teil ausmisten. Wenn du Zeit hast, kannst du dich auch dem ganzen Schrank widmen!

  1. Hole deine Klamotten aus dem Schrank/Fach/Regal heraus. Wenn du dich dem ganzen Schrank widmest suche auch den Rest deiner Klamotten in der Wohnung zusammen. Du kannst jetzt alle deine Klamotten auf dem Bett oder dem Boden ausbreiten.
  2. Nimm jedes einzelne Teil in die Hand und frag dich: „Mag ich dieses Teil, fühle ich mich darin wohl, bringt es mir Freude, möchte ich es behalten?“. So fokussierst du dich auf den positiven Prozess („Ja, ich möchte dieses Teil behalten!“), anstatt auf den negativen („Kann dieses Teil weg?“) und es fällt dir viel leichter, die ganzen Lieblingsteile in deinem Schrank zu identifizieren als nur die Fehlkäufe zu sehen.
  3. Am Ende hast du 2 Stapel: einen „Oh, ja!“-Stapel und einen „Oh, nein!“-Stapel. Falls du einen dritten Stapel hast („Ich weiß nicht“), kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen, dass du diese Sachen nicht vermissen würdest. Aber dazu später mehr.

Diese Aufgabe wird noch leichter, wenn du weißt, was „dein Stil“ ist. Ich habe nach den ersten Malen ausmisten gemerkt, dass ich zwei rote Faden in meinem Kleiderschrank erkennen kann: zum einen super bequeme sportliche Klamotten in schwarz und einfarbig bunt; zum anderen bequeme, geradlinige, „cleane“ Klamotten, die sich leicht seriös stylen lassen. Meine Lieblingsteile sind hier eindeutig schwarze, dicke Leggings und weiße Oberteile. Ganz verabschiedet habe ich mich z.B. von Jeans – sind mir persönlich zu unbequem und schränken meine Bewegungsfreiheit ein. Ich mag auch keine Sommerkleider oder T-Shirts – ich liebe einfach kurze Hosen, in denen ich rumhüpfen kann, und Tanktops, in denen ich nicht so schnell schwitze. Außerdem mag ich keine Muster oder Aufdrucke und habe lieber unifarbene Teile. Besonders gefallen mir die Farben schwarz, weiß, pink und ein Tupfer türkisblau. Nachdem ich diese „Struktur“ oder diesen Stil herausgefunden hatte, war es viel leichter, noch einmal auszumisten – und nun habe ich nur noch Lieblingsteile in meinem Kleiderschrank. Welche Anzahl das ist, bestimmst du allein.

 

Soll ich jetzt nur noch in schwarz-weiß rumrennen?20160513_klamotten shirts clothes minimalismus schwarz weiß

Wenn du das möchtest: klar. Wenn du das nicht möchtest, dann nicht. Es gibt Minimalisten, die sich eine Art „Uniform“ ausgesucht haben und jeden Tag das selbe anziehen, z.B. jeden Tag Jeans mit schwarzem Rollkragenpulli, siehe Steve Jobs. So müssen sie nicht mehr darüber nachdenken, was sie morgens anziehen sollen, ob es für ihren Alltag angemessen ist, ob es ihnen passt und steht und ob sie sich darin wohlfühlen.

Ich persönlich habe mich gegen Uniform und für eine simple Garderobe entschieden. Ich fühle mich in allen Kleidungsstücken wohl und sie lassen sich prima kombinieren.

 

Alternativ: Kopfsprung ins kalte Wasser.

Wenn du Lust hast, so richtig minimalistisch loszulegen und einen harten Schlussstrich zu ziehen, kannst du es wie „The Minimalists“ (http://theminimalists.com/) machen: Packe all deine Sachen in Kisten, als ob du umziehen würdest. Alle Sachen. Auch deine Zahnbürste und dein Besteck. Und jetzt gibst du dir eine Frist. In den nächsten 4 Wochen wirst du nur das aus den Kisten holen, was du in dem Moment benutzen möchtest. Nach dem Benutzen kommen die Sachen in den entsprechenden Schrank (wenn du nicht auch deine Möbel abgebaut haben solltest :) ). So wirst du innerhalb kürzester Zeit merken, wie wenig du in deinem Alltag wirklich benutzt und was du alles in diesen 4 Wochen nicht vermisst hast.

Hier ist ein inspirierendes Video von „The Minimalists“, das zugleich eine praktische Anleitung für den „Kopfsprung“ ist:

Für Fortgeschrittene: Sentimentales und Geschenke.

Wenn du dich entschieden hast, Stück für Stück auszumisten und mit simplen Kategorien angefangen hast (wie Klamotten), wirst du ein gutes Bauchgefühl entwickeln können. So fällt es dir mit jedem Mal leichter zu spüren, ob das Teil, das beim Ausmisten in deinen Händen liegt, ein positives Gefühl hervorruft oder ein Negatives. Wir wollen nur die positiven und nützlichen Sachen behalten, sodass wir uns in ihrer Gegenwart wohl fühlen und keine negativen Emotionen aufkommen. Sowas wie Schuldgefühle. Die können nämlich ganz schnell entstehen, wenn wir etwas geschenkt bekommen, mit dem wir gar nichts anfangen können. So können sich über die Zeit Dinge ansammeln, die wir gar nicht benutzen und die uns noch nicht mal positive Gefühle bescheren – wir sie aber trotzdem behalten, „weil ich das ja von meiner Tante geschenkt bekommen habe und das kann ich ja nicht weg schmeißen“. In solchen Situationen bin ich dazu über gegangen, mich an den Satz zu halten „Der Gedanke zählt“. Die schenkende Person möchte mit dem Geschenk Zuneigung und Aufmerksamkeit ausdrücken. Und dafür ist es relativ unerheblich, was das Geschenk ist und was danach damit passiert. Der Zweck des Geschenks ist im Moment des Schenkens erfüllt: „Hier, bitte nimm dieses Geschenk als Zeichen meiner Zuneigung an.“ – „Dankeschön!“. Sinn erfüllt. Wenn ich das Geschenk danach gebrauchen kann oder es richtig positive Gefühle in mir weckt, behalte ich es. Für viele Erinnerungsstücke verwende ich gern die Foto-Strategie: wenn ich die Erinnerung mag, das Teil an sich aber nicht behalten möchte, mache ich ein Foto davon. Digitaler Speicherplatz ist zum Glück viel billiger als die Quadratmeter in meiner Wohnung.

 

Aber das kann man noch gebrauchen! Und: der „Ich weiß nicht“-Stapel.

Beim Ausmisten sind mir so oft schon Sachen in die Finger gekommen, bei denen ich mir unsicher war, ob ich sie behalten soll. Wie die extra Decke, die neben den zwei Decken auf der Couch herum liegt. Klar, die dritte Decke ist noch gut in Schuss und alle 2 Jahre, wenn wir im Winter Besuch bekommen und es beim Filmschauen zu kalt wird, ist die Decke auch in Verwendung. Jetzt stellt sich die Frage, ob ich die Decke deswegen behalten soll. Denn die anderen Decken könnten ja mal kaputt gehen oder spontan Feuer fangen und dann brauchen wir eine neue und dafür will ich bestimmt kein Geld ausgeben! Das stimmt alles 😉 In so einer Lage habe ich mich dazu entschlossen, darüber nachzudenken, ob es vielleicht Menschen gibt, die mehr Freude an dieser Decke haben könnten als ich. Bei mir liegt sie das ganze Jahr nur rum, aber jemand der keine Decke hat, würde sich sehr freuen, weniger zu frieren. Und dann wird die Entscheidung auf einmal ganz leicht fallen und das Loslassen sogar noch Freude bereiten.

Um die Entscheidung, behalten oder loslassen, bei weniger essentiellen Dingen als einer Decke zu erleichtern, gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Ich habe z.B. sehr viele Sportklamotten, von denen ich einige sehr mag und andere nur „ok“ finde. Letztere sind auf dem dritten Stapel, dem „Ich weiß nicht“ oder „Mal sehen“-Stapel gelandet. Solche Sachen packe ich in eine Kiste oder eine der untersten Schubladen und lasse sie einfach mal 4 Wochen drin liegen. Meistens vergesse ich die Sachen einfach und finde sie dann „zufällig“ drei Monate später – und merke, dass ich sie gar nicht vermisst habe – und wieder ein Stapel mehr zum Loslassen!20160513_box umziehen ausmisten kisten

 

Wohin mit den ausgemisteten Sachen?

Super, jetzt hast du schon total viel ausgemistet und viel mehr (Frei-)Raum! Atme erst mal durch. Tiiief ein- und ausatmen.

So, jetzt wollen wir uns den ausgemisteten Sachen widmen. Vielleicht sind ein paar echte Schätze darunter, die kannst du verkaufen. Falls du Flohmärkte magst und ein Auto hast, kann es sich lohnen, dich mit deinen guten Sachen einen Tag lang Flohmarktgängern zu präsentieren. Falls dem nicht so ist, gibt es Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen oder entsprechende Facebook-Gruppen, in denen du die wertvollsten Sachen verkaufen kannst. Ich habe schon so viel ausgemistet und versucht zu verkaufen, dass ich gemerkt habe, dass der zeitliche Aufwand (Anzeigenerstellung, Bilder schießen, Fragen potentieller Käufer beantworten, Ware versenden/Termin zur Abholung ausmachen) oft nicht in Relation zum Preis steht. Deshalb verkaufe ich nur noch Sachen, die einen gewissen Wert übersteigen. Kleine Artikel wie Haarspangen oder Dekoartikel fallen nicht in diese Kategorie.

Sachen, die du nicht verkaufen magst, kannst du verschenken. Wie wäre es mit einer Tausch-Party unter Freunden?! Oder du kannst die Sachen spenden. Es gibt viele Hilfsvereine und -werke, die größere Mengen abholen und sich über Sachspenden jeglicher Art freuen.

Nur was wirklich kaputt ist, schmeiße ich weg. Bei Elektrokram nehme ich natürlich den extra Weg zum Recyclinghof auf mich, damit mein Öko-Gewissen auch glücklich ist :)

 

Langfristig minimalistisch und bewusst

Boah, super! Jetzt hast du so viel ausgemistet und bist vollends auf dem minimalistischen Pfad unterwegs. Hier habe ich ein paar praktische Tipps, damit das auch so bleibt:

  • Shopping: wenn du Kleidung einkaufen gehst, kannst du bessere Qualität (bio, fair) achten.
  • Leg dir eine „Wunschliste“ an, mit Kleidungsstücken, die deine Garderobe noch wandelbarer und die Kleidungsstücke untereinander besser kombinierbar machen.
  • Frage dich vor dem Kauf, ob das ein neues Lieblingsteil werden könnte.
  • Ist das Teil so gut, dass du ein anderes dafür loslassen würdest? Oder ist es nur spannend, weil es reduziert ist?
  • Tritt die Situation/das Problem, für das du das neue Teil brauchst, so häufig auf, dass du eine individuelle Lösung dafür brauchst oder tut es auch etwas, was du schon hast? Z.B. habe ich keine speziellen Klamotten mehr für „Omas Geburtstag“, sondern kombiniere meine vorhandenen so, dass sie schick aussehen. Und das spießige Paar Schuhe, dass ich für einen solchen Zweck hatte, habe ich auch verschenkt – meine Oma mag mich auch in „normalen ordentlichen“ Schuhen.
  • Räume jeden Abend deinen Schreibtisch (o.ä.) auf. Hier ist ein Video zum minimalistischen Schreibtisch:

 

Ich werde den Artikel demnächst weiter schreiben. Zum Beispiel wird es dann darum gehen, wie ich

Minimalismus auf Reisen

umsetze. Ich war nämlich 4 Wochen in Südamerika – und hatte nur Handgepäck dabei. Hier siehst du mein Packvideo:

Und so rolle ich meine Kleidung, um Platz zu sparen:

Und hier siehst du erste Eindrücke aus Südamerika:

Ich hoffe, dir hat der Artikel auch jetzt schon gut gefallen!

Mich würde total interessieren, wie du das Thema Minimalismus findest! Du kannst mir gerne einen Kommentar da lassen.

Ich wünsche dir alles Gute :)

Lisa

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