Ayurveda – indische Naturheilkunde

Die meisten Menschen kommen das erste Mal im Wellness-Bereich mit Ayurveda in Kontakt. Viele Kurhotels, Wellness- und Spabereiche bieten mittlerweile ayurvedische Massagen und Entspannungsverfahren an. Dabei ist Ayurveda auch im Bereich Gesundheit ein hilfreiches Modell – es ist immerhin die älteste bekannte Naturheilkunde.

Ayurveda bedeutet wörtlich „das Wissen vom langen Leben“ (Ayurveda im Yogawiki). Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und seiner Gesundheit macht den Ayurveda zu einem sehr effektiven medizinischen System. Die ayurvedische Behandlung macht es sich zum Ziel, die Einheit von Körper, Geist und Seele in Balance zu bringen. Die fünf Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ebenso wird die Konstitution des Menschen (Vata, Pitta, Kapha und deren Michformen) berücksichtigt. Ayurveda kennt nicht nur Einflüsse auf körperlicher Ebene, wie wir sie heute in Form von Bakterien oder Giften bezeichnen würden, sondern legt genauso viel Wert auf die feinstoffliche Balance, das, was wir heute mit psychischer Gesundheit, Ausleben der Kreativität und der ureigenen Natur verbinden.

Durch das zugrunde liegende Modell von Gesundheit und Krankheit eröffnet sich die Möglichkeit, bereits vor Krankheitsausbruch tätig zu werden und Krankheiten so im Keim bereits zu behandeln bzw. die Balance der Energien im Menschen wieder herzustellen; hier liegt die besondere Stärke des Ayurveda. Durch die Befolgung allgemeiner Empfehlungen bzgl. der Lebensgestaltung, des Tagesablaufs und der Ernährung soll Krankheiten vorgebeugt werden. Außerdem gibt es spezielle Empfehlungen,  für die einzelnen Konstitutionstypen, besonders bzgl. der Ernährung.

Im Ayurveda werden verschiedene Formen der Behandlung angewendet. Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) gehört zu den klassischen Methoden. Gut bekannte Beispiele für diese Behandlungsform sind Tees, z.B. Anis-Tee, Baldrian-Tee, Ingwer-Tee. Außerdem werden meditative Übungen, Atemübungen (Pranayama), Körperstellungen (Asanas), Reinigungskuren, sowie Massagen eingesetzt.

Kommentar:

Das ayurvedische Modell birgt viele Chancen und Möglichkeiten in sich. Der „moderne Mensch“ bringt sich durch die „moderne Lebenweise“ in Gefahren, die oftmals in der modernen Schulmedizin allenfalls nachrangig beachtet werden. Viele Schlumediziner lassen sich oftmals erst dazu hinreißen, Stress als treibenden Faktor bei der Entstehung oder Verschlimmerung von Krankheiten anzusehen, wenn sie keine andere Erklärung wissen. Dem entsprechenden Patienten hilft dies wenig weiter („sie müssen etwas gegen den Stres tun“), er kann sich an dieser Stelle allein gelassen fühlen. Das ganzheitliche System des Ayurveda bietet aber auch hier Lösungsansätze, die eine praktische Implementierung in den Alltag erlauben, sodass Stress z.B. gemieden und zugleich abgebaut werden kann. Dies ermöglicht auch die Behandlung der Krankheitsursachen und nicht nur der Symptome. Ebenso werden die Selbstheilungskräfte des Körpers gewertschätzt und gestärkt. Positives Denken hat weitreichende Auswirkungen auf den Menschen und spielt für seine Genesung und seine Gesundheit eine entscheidende Rolle (weiter zu Was ist „Psychologische Ayurveda-Beratung“?).

Ich bin der Meinung, dass Ayurveda bei sehr vielen Erkrankungen weiterhelfen kann. Kombiniert man dieses jahrtausende alte, bewährte Wissen mit neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnissen, besonders was Ernährung und Lebensführung angeht, erhält man ein Arsenal von unschätzbarem Wert.

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